Aktuelle Neuigkeiten

Neueste Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten, die wir einmal im Monat als Newsletter verschicken. Wir greifen aktuelle Neuigkeiten aus verschiedenen Medien auf – zu Gesundheitsthemen, aber auch zu Forschungsergebnissen, zur Gesundheitspolitik und ganzheitlicher Medizin.

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Spannende Forschung

Der Nutzen von Bürgerdialogen

Mehr und mehr werden Bürgerdialoge gefördert und ins Leben gerufen – erst vor Kurzem hat sogar die konservative Konrad-Adenauer-Stiftung eine Kampagne ins Leben gerufen: Gemeinsam.Demokratie.Gestalten. In sieben Zoom-Veranstaltungen unter dem Stichwort „Bürgerbeteiligung: Update für unsere Demokratie?“ wurden dabei Fallstricke, Möglichkeiten und Grenzen von Partizipation diskutiert, diverse weitere Veranstaltungen und eine Bustour sind geplant. Die Schirmherrschaft hatte Wolfang Schäuble übernommen. Sein Statement: „Demokratie braucht Bürgerbeteiligung, Meinungsaustausch und transparente Entscheidungen. Sie sind das beste Mittel gegen Politikmüdigkeit und Demokratieverdrossenheit.“

Jetzt will sich die Universität Stuttgart zusammen mit Kolleg*innen aus sechs weiteren Ländern des Themas annehmen und untersuchen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Bürgerdialoge tatsächlich dazu beitragen, gesellschaftliche Polarisierung zu verringern und Politiker*innen und Bürger*innen einander näherzubringen. Denn nicht jeder Bürgerdialog oder Bürgerrat entfaltet die Breiten- und Tiefenwirkung, die man sich davon versprochen hat. Mit ausschlaggebend, so der Ansatz der Stuttgarter Wissenschaftler*innen, ist offenbar, wie gut das Vorhaben seitens der Politik unterstützt wird und wie weit es vernetzt ist. „Welche Faktoren es genau sind, wollen wir in dem Projekt EuComMeet genauer analysieren“, sagt Prof. André Bächtiger vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart.

Um die Bürgerdialoge zu analysieren, setzt das Forschungsteam experimentelle Umfrage-Designs ein, die auf Vorarbeiten im neuen ZIRIUS Participation and Deliberation Lab an der Universität Stuttgart zurückgreifen sowie ein laufendes DFG-Projekt zu Legitimitätswahrnehmungen von Bürger*innen zu dialogischen Beteiligungsverfahren (unter der Leitung von Prof. Dr. André Bächtiger). Insgesamt will EUComMeet mit einer proaktiven Forschungsstrategie neue und innovative Wege entwickeln, wie Bürger*innen, Politiker*innen und Interessenvertreter*innen aus ganz Europa miteinander besser ins Gespräch kommen.

GESUNDHEIT AKTIV meint:

Auch wir von GESUNDHEIT AKTIV finden es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger gehört und vor allem an Entscheidungen beteiligt werden – gerade auch in Bereichen, die sie extrem persönlich betreffen, wie beispielsweise der Gesundheitspolitik. Genau dort ist das aber bislang kaum vorgesehen. Im Frühsommer dieses Jahres werden wir deshalb ein Bürgergutachten zur Zukunft unseres Gesundheitswesens initiieren, durchgeführt vom unabhängigen NEXUS Institut. Die Ergebnisse wollen wir rechtzeitig zur Bundestagswahl an die Politik übergeben!

Quellen:

idw-online.de, 18. März 2021

Weitere Informationen: ZIRIUS Participation and Deliberation Lab

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Digitale Arztbesuche

Mehrheit der Deutschen vertraut Ärzt*innen online nicht

Das sind eindeutige Ergebnisse einer Umfrage unter Patient*innen: Acht von zehn Deutschen (77,5 Prozent) zweifeln an den virtuellen Diagnosefähigkeiten ihrer Ärzt*innen und meinen, dass diese sich kein vollumfängliches Bild verschaffen können; zwei Drittel befürchten, dass das Verhältnis zu der Ärztin/dem Arzt dadurch unpersönlicher werde; knapp die Hälfte fühlt sich nicht ernst genommen und ebenso viele bezweifeln, dass der Datenschutz funktioniert. Der Praxis-WLAN- und Kommunikationsdienstleister Socialwave hatte in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Marktforschungsinstitut Consumerfieldwork 1.005 Menschen zwischen 19 und 85 Jahren zur Digitalisierung des Gesundheitswesens befragt.

Fazit: Während viele Bürger*innen inzwischen im Internet einkaufen und Termine machen, von Home-Schooling und Homeoffice ganz zu schweigen, misstraut fast die Hälfte im Krankheitsfall oder für eine ärztliche Beratung dem Online-Kontakt und ebenso dem Datenschutz dann doch. 2021 werde „zum Bewährungsjahr für die digitale Gesundheit“, heißt es in der Studie, denn im Zusammenhang mit der Corona-Krise sind telemedizinische Leistungen in bisher beispielloser Weise bedeutsam geworden. Allerdings dürfte sich die Skepsis im Umgang mit solchen Daten auch auf die Einführung der elektronischen Patientenakte auswirken.

Quellen:

Pressemitteilung Social Wave, 11. März 2021

Die Studienergebnisse können auch im Einzelnen eingesehen werden und stehen zum Download zur Verfügung.

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Kasse will nicht zahlen?

Widerspruch lohnt sich!

Die meisten werden die Situation schon einmal erfahren haben: Man muss bei der Krankenkasse einen Zuschuss, eine Kostenerstattung, eine Reha oder Kur beantragen – und ganz egal, wie berechtigt der Antrag ist, er wird erst einmal abgelehnt. Dann muss man Widerspruch einlegen, und plötzlich geht es doch. Offenbar scheint das ein gängiges Verfahren seitens der Kassen zu sein, man setzt darauf, dass die Patient*innen sich von der ersten Ablehnung einschüchtern lassen und klein beigeben. Eine aktuelle Studie des Geldratgebers Finanztip zeigt jedoch: Legt man Widerspruch ein, werden mehr als 40 Prozent der Anträge doch noch genehmigt. Es lohnt sich also, nicht gleich beim ersten Ablehnungsbescheid aufzugeben. Die Studie wertete Daten von 17 verschiedenen Krankenkassen aus, die mehr als 32 Millionen Versicherte repräsentierten.

Für den Widerspruch reicht erstmal ein Schreiben an die Kasse, das den Widerspruch mitteilt und begründet. Es muss innerhalb von vier Wochen nach Eingang des Bescheides dort eingehen. Ein Musterschreiben kann kostenlos bei Finanztip heruntergeladen werden. Am besten bittet man die Ärztin/den Arzt darum, die Gründe für die beantragte Maßnahmen noch einmal zusammenzufassen und legt diese Begründung dem Widerspruchsschreiben bei, das per Einschreiben geschickt werden soll, damit man einen Beweis hat, es abgeschickt zu haben. Achtung: Ein Widerspruch per E-Mail oder Telefon ist nicht gültig!

Lehnt die Kasse den Antrag ein weiterhin ab, geht er automatisch an den Widerspruchsausschuss der Kasse, in dem ehrenamtliche Vertreter*innen darüber entscheiden. Innerhalb von drei Wochen muss der Widerspruchsausschuss seine Entscheidung begründen. Dort landen allerdings nur gut ein Drittel der Widersprüche – meist lenkt die Kasse vorher ein oder der Widerspruch wurde von den Versicherten zurückgenommen. Finanztip empfiehlt allerdings, hartnäckig zu bleiben, denn die Chancen, dass die Maßnahme doch genehmigt wird, stehen meist gut.

Immer wieder kommt es vor, dass Krankenkassen Einschüchterungsversuche starten mit Schreiben, dass der Medizinische Dienst den Antrag noch einmal begutachtet habe und wenig Aussicht auf Erfolg sehe. Solchen Briefen liegt meist ein schon vorbereitetes Schreiben mit frankiertem Rückumschlag bei, mit dem der Widerspruch zurückgezogen wird. Wichtig: Auf solche Schreiben sollte man am besten gar nicht reagieren, rät Finanztip.

Bleibt aller Widerstand erfolglos, kann noch Klage beim Sozialgericht eingelegt werden, die keine Gerichtsgebühren kostet und nicht anwaltspflichtig ist. Es kann aber sinnvoll sein, eine*n Anwält*in einzuschalten, weil das Sozialrecht viele komplizierte Klauseln beinhaltet. Die anwaltlichen Kosten müssen nur selbst getragen werden, wenn man den Prozess verliert und keine Rechtsschutzversicherung vorliegt.

Quelle:

Pressemitteilung Finanztip, 15. März 2021

Weitere Informationen direkt bei Finanztip

Beachten Sie auch unsere Hinweise zu den Leistungen der Krankenkassen auf unserer Homepage

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Eltern in der Verantwortung

Harte Erziehung produziert harte Menschen

Wie bedeutsam die Erziehung und das Verhalten der Eltern für die seelisch-mentale Entwicklung des Kindes ist, zeigt jetzt eine interessante Studie an Zwillingen einer Forschungsgruppe um Alexandra Burt von der Michigan State University. Die Psychologin und ihr Team analysierte Daten von ca. 2.500 ein- und zweieiigen mindestens sechs Jahre alten Zwillingen. Die Kinder wurden gefragt, wie oft sie von Mutter oder Vater kritisiert oder geschlagen wurden, wie häufig sie das Gefühl hatten, dass die Eltern genervt waren von ihnen. Auch die Erwachsenen konnten ihr Verhalten beschreiben.

Interessant war, dass sich die Erfahrungen der Kinder deutlich unterschieden, auch wenn sie das gleiche Erbgut hatten (bei eineiigen Zwillingen). In jeder dritten Familie wurde z.B. nur ein Zwillingskind geschlagen, das andere nicht. Als wichtigstes Ergebnis ihrer Arbeit geben die Forscher*innen jedoch an, dass das spätere Verhalten viel weniger von den Genen abhängt als von der Erziehung der Eltern. Damit bestätigten sich ältere Studien, die einen Zusammenhang gesehen hatten zwischen einer harten Erziehung und einem späteren antisozialen Verhalten. Wer weniger elterliche Wärme erfahren hat, neigt als Erwachsener vermehrt zu Gefühlskälte, ganz egal, welche sonstigen Voraussetzungen sonst noch gegeben waren (sozialer Stand, Geschlecht usw.).

Diese Studie scheint umso bedeutsamer, als Gewalt und Misshandlungen im Rahmen der Corona-Krise deutlich zugenommen haben. Die Auswirkungen werden vermutlich noch viele Jahrzehnte lang spürbar sein.

Wichtiger Hinweis:

Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch den Online-Vortrag von Prof. Dr. Gerald Hüther am 28. April 2021 von 19 bis 20:30 Uhr bei GESUNDHEIT AKTIV unter dem Titel „Liebevoll sein mit sich und anderen – Wie wir ein gesundes, glückliches Leben gestalten“.

Quellen:

spektrum.de, 9. März 2021

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Bedeutsame Nachtruhe

Warum gut schlafen so wichtig ist

Rund drei Viertel aller Deutschen finden nachts nicht ohne Hilfsmittel in den Schlaf. „Stress und Ängste sorgen gerade in Zeiten wie diesen für innere Unruhe“, sagt Mariana Naumann, Expertin für Gesundheitsförderung bei der mhplus Krankenkasse. Die meisten nutzen dann Fernsehen, Lesen, pflanzliche Mittel, Tee, heiße Milch mit Honig, Yoga, Musik oder Meditation, um in den Schlaf zu finden. Jede*r Zehnte greift zu chemischen Schlafmitteln, 15 Prozent setzen auf Alkohol als Schlummertrunk. Bei Jüngeren beliebt sind Einschlaf-Apps auf dem Smartphone, die Klänge aus der Natur (Meeresrauschen, plätscherndes Wasser, Wind, knisterndes Feuer, Vogelgesang) oder entspannende Musik abspielen – einige davon werden sogar von der Krankenkasse bezahlt.

Insgesamt sind die Krankenhausaufenthalte aufgrund von Schlafstörungen bis 2019 allerdings deutlich zurückgegangen. Wurden 2000 noch 132.200 und 2004 sogar 165.400 Menschen deshalb stationär behandelt, waren es 2019 nur noch 101.400. Die Gründe waren vor allem Ein- und Durchschlafstörungen, ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, Atemaussetzer im Schlaf (Apnoe) oder auch ein krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis.

Eine Gewichtszunahme in den Wechseljahren begünstigt Schlafstörungen noch zusätzlich – weshalb Frauen in dieser Zeit besonders auf eine gesunde, ausgewogene Kost und ausreichend Bewegung achten sollten.

Das Bedürfnis nach einem Nickerchen um die Mittagszeit nach dem Essen stört die Nachtruhe dagegen nur, wenn es zu lange ausgedehnt wird. Ansonsten steigert es sogar die kognitiven Fähigkeiten und verbessert die Geistesgegenwart, die Sprachgewandtheit und das Gedächtnis.

Hilfreich für eine gute Nachtruhe ist es, einmal am Tag einen halbstündigen Spaziergang zu machen, das Schlafzimmer gut zu lüften oder bei gekipptem Fenster zu schlafen und vor dem Einschlafen den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen – wertfrei, ohne sich zu ärgern oder besonders stolz zu sein, einfach nur festzustellen, was war, am besten in einer Rückschau, die vom Abend an rückwärts bis zum Morgen noch einmal durchgeht, was der Tag gebracht hat.

Quellen:
Pressemitteilung mhplus Krankenkasse, 16. März 2021
aponet.de, 23. März 2021
aerzteblatt.de, 18. März 2021
aerzteblatt.de, 23. März 2021
Pharmazeutische Zeitung, 17. März 2021

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