Aktuelle Neuigkeiten

Neueste Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

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Wichtige Neuerungen

Was sich 2021 im Gesundheitswesen ändert

 

Newsletter Januar 2021 – Im Jahr 2021 kommen zahlreiche Neuerungen im Gesundheitswesen auf uns zu. Die wichtigsten haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Mehr Personal im Öffentlichen Gesundheitsdienst: In den Gesundheitsämtern sollen 1.500 neue und unbefristete Vollzeitstellen geschaffen werden. 200 Millionen Euro stellt die Bundesregierung dafür bereit.

20.000 zusätzliche Hilfskräfte in Pflegeheimen: Für die vollstationäre Pflege sollen neue Hilfskräfte eingestellt werden. Die Kosten dafür – ca. 680 Millionen Euro – soll die Pflegeversicherung übernehmen.  

Förderprogramm für Hebammen: Von 2021 bis 2023 erhalten Krankenhäuser zusätzlich Geld, wenn sie Hebammen oder diese unterstützendes Personal neu einstellen. Damit soll die Betreuung von Schwangeren im Kreißsaal verbessert werden.

Kein „Babyfernsehen“ mehr: Nicht medizinisch begründete Ultraschalluntersuchungen sind seit 1. Januar 2021 verboten. Viele Praxen haben solches „Babykino“ als Selbstzahlerleistung angeboten. Die neue Verordnung soll die Ungeborenen davor schützen, einer unnötigen und zu hohen Ultraschallintensität ausgesetzt zu sein.

Die elektronische Patientenakte (ePA) wird eingeführt: Ab Januar können Patient*innen über eine sicherheitsgeprüfte App auf ihre digitale Krankenakte zugreifen.

Verlängerte Frist für Heilmittelverordnungen: Neuerdings können Ärzt*innen nicht nur eines, sondern bis zu drei vorrangige Heilmittel und ein ergänzendes verordnen (z. B. Heileurythmie plus Physiotherapie plus Logopädie plus Massagen). Auch kann die Behandlung bis zu vier Wochen nach Ausstellen des Rezepts beginnen (bisher musste das innerhalb von zwei Wochen geschehen). Patient*innen haben damit mehr Zeit, sich die passenden Therapeut*innen zu suchen – oft waren gerade diese auf mehrere Wochen hinaus ausgebucht.

Mehr Geld für Prävention: Das schon 2019 gestartete Präventionsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen für Kommunen wird mit 46 Millionen Euro weiter gefördert. Zudem stehen Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten ab sofort rund 77 Millionen Euro für gesundheitsfördernde Maßnahmen für ihre Mitarbeiter*innen und den Ausbau gesundheitsfördernder Arbeitsstrukturen zur Verfügung.

Vereinfachter Wechsel der Krankenkasse: Gesetzlich Versicherte können jetzt schon ab 12 Monaten Mitgliedschaft die Kasse wechseln (bisher waren es anderthalb Jahre). Das erscheint umso attraktiver, als 31 Kassen zu Jahresbeginn ihre Zusatzbeiträge erhöht haben. In diesem Fall gilt das sogenannte Sonderkündigungsrecht. Auch neu seit Anfang des Jahres: Bei einem Wechsel des Arbeitsgebers oder in die Selbständigkeit muss gar keine Warte- und Kündigungsfrist eingehalten werden. Weitere Informationen über die Leistungen der Kassen sowie verschiedene Listen und Merkblätter finden Sie auf unserer Webseite.

Quellen:
aerzteblatt.de, 30. Dezember 2020
igel-monitor.de, 17. Dezember 2020
aerzteblatt.de, 5. Januar 2021
Mitteldeutsche Zeitung, 5. Januar 2021

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Jetzt in der Testphase

Elektronische Patientenakte startet stufenweise

 

Newsletter Januar 2021 – Lange hat es gedauert, heftig wurde darüber gestritten, und über all den Corona-Wirren ist sie schier in Vergessenheit geraten.  Nichtsdestotrotz ist sie jetzt am 1. Januar 2021 gestartet: die Testphase der elektronischen Patientenakte (ePA), vorerst nur mit ausgewählten Praxen in Berlin und in der Kassenärzte-Region Westfalen-Lippe. Es ist das bisher größte IT-Projekt im deutschen Gesundheitswesen und vernetzt rund 200.000 Leistungserbringer*innen mit potenziell 73 Millionen Krankenversicherten. Um diesen gewaltigen Kraftakt zu stemmen, wird die ePA stufenweise eingeführt.

Die elektronischen Akten der Krankenkassen sollen den Versicherten zum 1. Januar 2021 freiwillig zur Verfügung stehen. Gleichzeitig beginnt eine umfangreiche Test- und Einführungsphase mit ausgewählten Arztpraxen und Krankenhäusern. Erst danach startet die flächendeckende Vernetzung. Die Praxen und Krankenhäuser müssen deshalb bis zum 1. Juli 2021 über die entsprechende Software und Dienste verfügen.

Nach dem Willen von Gesundheitsminister Spahn soll die ePA auch als App nutzbar sein und schrittweise in ihren Funktionen ausgeweitet werden. Gespeichert werden dort fürs erste medizinische Befunde und Röntgenbilder, ab 2022 dann auch der Mutterpass, der Impfausweis und das Untersuchungsheft für Kinder sowie das Zahnbonusheft.

Die Kassen setzen große Hoffnungen in die ePA. Sie sei „ein Meilenstein auf dem Weg, die Digitalisierung für eine bessere Versorgung der Versicherten zu nutzen“, so Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands.

Wichtig: Die Patient*innen sollen selbst entscheiden, was in der ePA gespeichert wird und wer darauf zugreifen darf. Das wird allerdings erst ab 1. Januar 2022 möglich sein – was schon zu harscher Kritik geführt hat. Auch wirft die Tatsache, dass längst nicht alle Arztpraxen bereit und in der Lage sind, sich technisch für die ePA auszurüsten, Sand ins Getriebe der Einführungsphase. Zudem ist der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Ulrich Kelber, nicht gerade begeistert über diese Neuerung. Er kritisiert die eingeschränkten Zugriffsmöglichkeiten und hat bereits angekündigt, an 65 Krankenkassen mit insgesamt 44,5 Millionen Versicherten Warnungen und bestimmte Anweisungen zu verschicken. Er wird unterstützt vom Chaos-Computer-Club und IT-Sicherheitsberatern, die digitale Identifizierungsverfahren für „rechtlich und technisch unzulässig“ erachten. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik meint, dass solche Verfahren „wegen des hohen Schutzbedarfs von Gesundheitsdaten für den benannten Einsatzzweck grundsätzlich als nicht geeignet anzusehen“ seien. Höchstens ein zeitlich befristeter Einsatz sei vertretbar.

Verbesserungsbedarf mahnt auch der Landesbeauftragte für Datenschutz in Rheinland-Pfalz, Prof. Dieter Kugelmann, an: Es müsse sichergestellt sein, dass die Souveränität der Versicherten hinsichtlich der Verarbeitung ihrer Daten gewahrt und geschützt werde. Daran hapere es immer wieder. Datenschutzrechtliche Zertifizierungen der IT-Anbieter sollen z. B. erst ab 2023 vorgeschrieben sein, bis dahin gelten die eigenen Erklärungen der Hersteller als ausreichend. Datenschutz und IT-Sicherheit dürften jedoch nicht auf die lange Bank geschoben werden, betont Kugelmann.

Bei den Versicherten stößt die ePA auf ein geteiltes Echo, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für Handelsblatt Inside zeigt. Von 580 Bürger*innen hatten nur zwei Prozent die entsprechende App ihrer Krankenkasse schon runtergeladen. Weitere 30 Prozent wollen das noch tun. Ein Viertel der Befragten kennt die ePA gar nicht, ebenso jeder vierte lehnt sie ab.

Auch eine Umfrage des Praxis-WLAN- und Kommunikatiosdienstleisters Socialwave ergab, dass 9 von 10 Patient*innen nicht oder nur oberflächlich wissen, wie die ePA funktioniert. Fast 40 Prozent haben noch nie etwas davon gehört, gut ein Viertel meint, die ePA sei verpflichtend.

Die Gesundheitsexpertin der Grünen, Maria Klein-Schmeink, fordert, über die Vorteile, Risiken und Schwierigkeiten bei der Einführung der ePA müsse „transparent und ehrlich“ gesprochen werden, um „keine falsche Erwartungshaltung aufzubauen“. Ansonsten stehe „zu befürchten, dass Versicherte die ePA ausprobieren, keinen Nutzen für sich erkennen und die Akte dann links liegen lassen.“ Sie habe aber durchaus das Potenzial, einen echten Mehrwert für die Patient*innen zu erbringen.

GESUNDHEIT AKTIV meint:
Was lange währt, wird noch lange nicht gut. Tatsache ist: Eine Digitalisierung unserer Gesundheitsdaten ist grundsätzlich sinnvoll und angesichts der schier unendlichen Verknüpfungsmöglichkeiten heute auch kaum mehr zu vermeiden. Chronisch kranke Menschen, die mit drei Leitz-Ordnern in die ärztliche Sprechstunde kommen, sollten zukünftig lieber auf neue und hoffentlich andere schnelle und transparente Zugriffsmöglichkeiten setzen. Ob allerdings gerade dies gelingt, ist sehr fraglich. Wie viele EDV Entwicklungen im Gesundheitsbereich dienen auch hier die Daten weniger den Patient*innen als einer strategischen Erfassung durch zentrale Stellen, die sie nutzen, um Patient*innen und Ärzte zu „steuern“. Auf die Vorteile für die Nutzer*innen werden wir wohl noch lange warten müssen.

Die Ausgestaltung der ePA lässt da noch einiges offen – wir werden sehen. Überdies: Dass die Zustimmung der Patient*innen zur Nutzung der ePA erforderlich ist, klingt erst einmal gut. Was aber, wenn dadurch eine Diskriminierung derjenigen stattfindet, die sich nicht dazu entschließen können? Es könnte immerhin sein, dass ihnen dann bestimmte Leistungen einfach gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Eine Mogelpackung? Schreiben Sie uns dazu gerne Ihre Meinung per E-Mail.

Quelle:
aerzteblatt.de, 7. Dezember 2020
datensicherheit.de, 7. Dezember 2020
Pressemitteilung Socialwave, 28. Dezember 2020
aerzteblatte.de, 30. Dezember 2020
aerzteblatt.de, 7. Januar 2021

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Erfreuliche Botschaft

Klaus Holetschek ist neuer Gesundheitsminister in Bayern

 

Newsletter Januar 2021 – Klaus Holetschek (56) ist neuer bayrischer Gesundheitsminister – das war zu Jahresbeginn ein kleiner Paukenschlag aus dem Süden der Republik. Kurzerhand beorderte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder die vorherige Gesundheitsministerin Melanie Huml als Europaministerin in die Staatskanzlei und besetzte Holetschek nach, um im Ministerium zügig „die Aufstellung zu optimieren“. Bereits vergangenen Freitag legte dieser seinen Amtseid ab. 

Damit hat Holetschek in seiner politischen Karriere einen großen Sprung nach vorn gemacht. Erst vor einem halben Jahr war der CSU-Politiker aus Bad Wörishofen zum Staatssekretär ins Gesundheitsministerium berufen worden. Als „Co-Pilot“ der Ministerin habe er sich verstanden, umschrieb er gern sein Verständnis von dieser Funktion. Nach einem Ausflug in die Hauptstadt als Bundestagsabgeordneter von 1998 bis 2002 kehrte er nach Bayern zurück, weil er, wie er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte, „mehr bei der Familie sein“ wollte. Er wurde Bürgermeister in Bad Wörishofen, später auch Vizelandrat für das Unterallgäu. Seit 2013 sitzt er als Abgeordneter im Bayerischen Landtag. Von März 2018 bis Februar 2020 war er Bürgerbeauftragter der Staatsregierung, seit 2019 ist er Vorsitzender des Landesgesundheitsrats.

Von Mai 2017 bis Ende 2020 steuerte Holetschek zudem die Geschicke des Kneipp-Bundes, mit 160.000 Mitgliedern der größte private Gesundheitsverband in Deutschland und traditionell in Bad Wörishofen beheimatet, wo Pfarrer Sebastian Kneipp viele Jahre seines Lebens wirkte. Das Eintreten für ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis und die Naturmedizin liegt Holetschek schon seit Jahren besonders am Herzen. So brachte er 2019 auch die Kampagne weil’s hilft! Naturmedizin und Schulmedizin zusammen mit GESUNDHEIT AKTIV und „Natur und Medizin“ mit auf den Weg. Warum für ihn die Integrative Medizin so wichtig ist, hat er in einem Podcast beantwortet.

Auch wenn er sich jetzt vorrangig um die Corona-Impfkampagne kümmern muss, bleibt zu hoffen, dass Klaus Holetschek eine gewichtige Stimme sein und bleiben wird, wenn es darum geht, die Integrative Medizin in Deutschland stärker zu verankern. Wir gratulieren von Herzen!

Quellen
aerzteblatt.de, 7. Januar 2021
Ärzte-Nachrichtendienst, 7. Januar 2021
aerzteblatt.de, 8. Januar 2021
merkur.de, 8. Januar 2021 

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Deutlich im Vorteil

Bericht zur gesundheitlichen Lage der Frauen

 

Newsletter Januar 2021 – Zum ersten Mal hat sich das Robert-Koch-Institut näher mit der gesundheitlichen Situation der Frauen in Deutschland befasst und dazu einen 400 Seiten umfassenden Bericht erstellt. Daraus geht hervor, dass Frauen mit inzwischen 83,3 Jahren eine seit 1991 nochmals um vier Jahre höhere Lebenserwartung haben, die deutlich über der der Männer (78,6 Jahre) liegt. Der Grund: Frauen verhalten sich gesundheitsbewusster als Männer, sie rauchen seltener, trinken weniger Alkohol und ernähren sich ausgewogener. Allerdings treiben sie generell weniger Sport und fahren seltener mit dem Fahrrad zur Arbeit. Innerhalb des Gesundheitswesens sind mehr Frauen als Männer beschäftigt, allerdings nicht in Führungspositionen, dort sind sie eher unterrepräsentiert.

Erschreckend ist, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen deutlich häufiger Gewalt erleben und ebenso zwei- bis dreimal so oft sexuell belästigt werden wie Frauen und Mädchen ohne Handicap.

In der Kindheit und im Erwachsenenalter sind Mädchen und Frauen gesünder als Jungen und Männer, nicht jedoch im Jugendlichenalter. Frauen leiden häufiger unter Muskel- und Skeletterkrankungen wie Arthrose, Osteoporose und Rheuma, auch Depressionen, Angst- und Essstörungen kommen bei ihnen öfter vor.

Interessant ist, dass Ärzt*innen Frauen offenbar mit anderen Augen betrachten als Männer: Sie diagnostizieren bei ihnen häufiger eine psychische, bei Männern eher eine körperliche Erkrankung – bei gleichem Beschwerdebild.

Frauen sind eher bereit, ambulante ärztliche Versorgungsleistungen in Anspruch zu nehmen als Männer (91 Prozent gegenüber 84 Prozent). Das gilt auch für die Einnahme von verordneten oder selbst gekauften Arzneimitteln.

Der Anteil der Frauen, die in den Wechseljahren Hormonpräparate anwenden, ist in den vergangenen 20 Jahren deutlich gesunken. Auch die Pille ist bei jungen Frauen als Verhütungsmittel nicht mehr sehr beliebt. Erfreulich ist, dass die Anzahl der Gebärmutterentfernungen weiterhin rückläufig ist, ebenso die Kaiserschnittrate.

Quellen
Pressemitteilung des Robert-Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsministeriums, 9. Dezember 2020
univadis.de, 11. Dezember 2020

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Zu wenig Bewegung, zu viel Internet

Kinder und Jugendliche besonders gefährdet

 

Newsletter Januar 2021 – Der Anteil der Jugendlichen, die Internet und Computerspiele besonders ausgiebig nutzen, ist zwischen 2015 und 2019 noch einmal deutlich angestiegen und hat bei jeder/jedem Dritten von ihnen bedenkliche Ausmaße angenommen. Das zeigen die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). 2020 dürfte sich dieser Trend aufgrund der Corona-Krise noch einmal deutlich verstärkt haben. Als problematisch wird der Umgang mit dem Internet eingestuft, wenn Kontrollverlust und Entzugserscheinungen einsetzen, das heißt, die Jugendlichen verbringen mehr Zeit als beabsichtigt vor dem Computer und werden unruhig oder gereizt, wenn sie das nicht dürfen. Durchschnittlich nutzten die 12- bis 17-Jährigen 22,8 Stunden pro Woche privat Computerspiele und Internet, bei den 18- bis 25-Jährigen waren es 23,6 Stunden. Hinzu kommen dann noch die Zeiten, in denen Schule, Studium oder Beruf die Arbeit vor dem Bildschirm erfordern.

Dazu passt, dass eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut Gefahren für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen durch Bewegungsmangel festgestellt hat. Die aktuellen Statistiken der WHO zeigen, dass sich 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend bewegen. Mindestens eine Stunde täglich sollte der Nachwuchs draußen aktiv sein – und zwar mit moderater bis hoher Intensität, also z. B. Fahrradfahren, Sport treiben, zu Fuß zur Schule oder zum Ausbildungsort gehen. An mindestens drei Tagen in der Woche sollte das Bewegungsprogramm gezielt Muskeln und Knochen stärken, das verbessert nicht nur die körperliche Gesundheit, Balance und Geschicklichkeit, Grob- und Feinmotorik, sondern stärkt auch die geistigen und kognitiven Fähigkeiten. Gerade jetzt, wo viele Kinder und Jugendliche wegen der Corona-Pandemie zuhause sein müssen und drei Viertel von ihnen schon vorher in der Schule keinen Sportunterricht mehr hatten, sollten Eltern darauf achten, dass sie einmal täglich draußen sind und sich dort austoben – auch wenn sie das wegen der derzeitigen Verordnungen und Bestimmungen nur mit einem einzigen Spielkameraden tun dürfen. 

Quellen:
heise.de, 15. Dezember 2020
Pressemitteilung der Technischen Universität München, 4. Dezember 2020
aerzteblatt.de, 17. Dezember 2020

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Cover Patientenverfugung

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Spielfilme sind kein Vorbild

Wichtige Tipps für eine bessere Ernährung

 

Newsletter Januar 2021 – Filme, vor allem die Blockbuster aus den USA, sind nicht gerade vorbildlich, was Essen und Trinken angeht. In den meisten spielen Zucker, Fette und Alkohol die Hauptrolle. Das zeigt eine Studie, die im renommierten Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde. Sie verglich die Nahrungszusammensetzung in den 250 meistgesehenen US-Filmen der Jahre 1994 bis 2018 mit den etablierten Empfehlungen für eine gesunde Ernährung und dem tatsächlichen Konsum der Bevölkerung. Das Ergebnis stellt den Filmemachern ein schlechtes Zeugnis aus:

  • Unter den 9.198 gezeigten Lebensmitteln und 5.748 Getränken überwogen Snacks und Süßigkeiten sowie alkoholische Getränke, auch schon bei Filmen, die für Jugendliche ab 13 Jahren freigegeben waren.
  • Beim Essen unterschritten fast 73 Prozent der Filme und bei den Getränken sogar 90 Prozent die Grenzwerte für zwei Indizes für gesunde Ernährung. In Großbritannien dürften diese Lebensmittel deshalb nicht beworben werden.
  • 93,5 Prozent der Filme hätten die Lebensmittelampel im Hinblick auf Zucker und Fette auf „rot“ geschaltet.

Diese Statistik hat sich auch in Filmen aus jüngerer Zeit nicht verbessert.

Die Zuschauer*innen scheinen sich jedoch nicht unbedingt an den schlechten Film-Vorbildern zu orientieren. Denn der aktuelle Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V., der alle vier Jahre erscheint, zeigt: Gemüse liegt mit 104 Kilogramm pro Kopf im Jahr am häufigsten bei den Deutschen auf dem Teller. Tendenz: steigend. Dafür ist der Verzehr von Obst zurückgegangen. Äpfel, Birnen und Trauben sind weniger gefragt, Beeren und Bananen erfreuen sich größerer Beliebtheit. Auch der Käsekonsum ist etwas gestiegen, ebenso von Rind- und Kalbfleisch sowie Geflügel. Schweinefleisch wird dagegen weniger gegessen.

Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees werden vermehrt getrunken, und der Gesamtalkoholverbrauch ist leicht gesunken, am meisten beim Bier. Ob sich das auch im Jahr 2020 so fortgesetzt hat, wird sich allerdings erst noch zeigen.

Quelle:
univadis.de, 6. Dezember 2020
Originalstudie: JAMA Intern Med. 2021
Pressemitteilung der Universität Leipzig, 7. Januar 2021
Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, 24. November 2020

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