Integrative Medizin und Gesundheit
Inhalt
Ganzheitlich, evidenzbasiert, patientenzentriert und gesundheitdsfördernd
Die Integrative Medizin kombiniert die moderne, evidenzbasierte Naturheilkunde und Komplementärmedizin mit den etablierten Verfahren der konventionellen Medizin – ergänzt durch aktuelle Entwicklungen wie Stärkung der Arzt-Patienten-Beziehung, Gesundheitsförderung und Prävention. Dabei ist sie zunehmend eigenständig, durch Forschung breit abgesichert und heute weit mehr als „Schulmedizin plus Komplementärmedizin“. Nachdem die Integrative Medizin in Nordamerika längst anerkannt und in Wissenschaft, Ausbildung und Gesundheitsversorgung etabliert ist, entstehen in Europa immer mehr Professuren und akademische Institute, die sich mit der „Naturheilkunde“ oder „Integrativen Medizin“ bzw. „Integrativen Gesundheitsversorgung“ auseinandersetzen. Die Integrative Medizin ist ein ungemein spannendes, inspirierendes und innovatives Feld, das mittlerweile auch in Europa in der praktischen Medizin und beim Patienten angekommen ist. Hier besteht eine lange Tradition der Naturheilkunde. Die Therapieangebote werden, parallel zu Verfahren der konventionellen Medizin, mit überwältigendem und zunehmendem Interesse in Anspruch genommen. Integrative Medizin ist bisher nicht eindeutig und klar genug definiert, und es ist erforderlich, die Erkenntnisse, Angebote, Nachfragen sowie die divergierenden – oder auch synchronen – Strömungen zusammenzutragen und gebündelt aufzuzeigen. Dafür sorgt dieses Buch: Es entschlüsselt den Wissens- und Erfahrungsstand in der ganzen Pluralität der aktuellen Diskussion. Heute haben verschiedene medizinische und therapeutische Fachgebiete einen engen Bezug zur Integrativen Medizin, aber auch übergeordnete Kontexte wie künstlerische Therapieverfahren. Pflege- und andere Medizinsysteme (wie etwa die Anthroposophie) finden ebenfalls exemplarisch Berücksichtigung. Das aktuelle Standardwerk bündelt alle Aspekte der Integrativen Medizin: medizinisches Fachwissen, Versorgungsstrukturen, Theoriebildung, Menschenbild und wissenschaftliche Grundlagen einer empathischen, kommunikativen und hoch effektiven Medizin im digitalen Zeitalter.
Man kann alles auch anders sehen
Inhalt
Schicksalsgeschichten
„Als ich Kind war ich glaube, ich muss so sieben Jahre alt gewesen sein und das Frühjahr noch jung, brach durch die dicke Wolkendecke die Sonne und malte durch die noch kahlen Bäume hindurch einen warmen, hellen Lichtfleck auf meinen Weg. Ich zog Mantel, Schuhe und Strümpfe aus und stellte mich mitten hinein und fühlte mich so glücklich, dass ich mir wünschte, diesen Augenblick nie zu vergessen.
Meine Mutter rief mich, und da ich in meinem Glück vergaß, mich wieder anzuziehen und barfuß vor ihr erschien, obwohl es noch sehr kalt war, rief mich ihr verständlicher Ärger aus allen Himmeln. Mir dämmerte zum ersten Mal: Man kann alles auch anders sehen. Damals war ich tief beunruhigt. Im Laufe meiner Jahre hat diese Tatsache ihren Schrecken verloren.
Es gehört zu den faszinierendsten Erfahrungen meines Lebens, zu sehen, dass die Wirklichkeit so viele Facetten hat, wie es Augen, Ohren, Nasen und Hände gibt, um sie zu erfassen. Es ist uns vertraut, die Welt durch eine Katastrophenbrille zu sehen. Gerade jetzt scheinen wir allen Anlass dazu zu haben. Als mutig gilt der, der es wagt, Aggression und Zerstörung ins Auge zu fassen.
Ich bin denen unendlich dankbar, die aus Katastrophen auferstanden sind, die das, was ihnen das Leben entgegenbrachte, nicht als falsch, unannehmbar, als Strafe oder Ungerechtigkeit bewerteten, wenn es hart war und als selbstverständlich, wenn es gut war , sondern die es nicht bewerteten, es anpackten als einen nur für sie erdachten Werkstoff, mit dem sie ihr Leben gestalten durften. Jeder und jede von ihnen tat es auf eine ganz einmalige Art. Sie sind mir zu Orientierungen auf meinem Weg geworden und schützen mich vor dem Hochmut, zu wissen, wie die Welt wirklich ist.“ (Elisabeth Wellendorf)