Oktober 2026: Berlin ist bei der Integrativen Medizin vergleichsweise gut aufgestellt. Mit der Charité, dem Immanuel-Krankenhaus und dem Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe verfügt die Hauptstadt über etablierte Einrichtungen, die unterschiedliche integrative Behandlungsansätze verfolgen.

Doch gerade in der ambulanten Versorgung gibt es erhebliche Finanzierungslücken. Im Rahmen unserer Kampagne „weil’s hilft!“ haben wir mit Prof. Dr. Harald Matthes, Ärztlicher Leiter des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe, über Herausforderungen und Chancen für die Integrative Medizin sowie seine Erwartungen an die Berliner Landespolitik gesprochen.

Ein zentrales Problem sieht Matthes in der mangelnden Förderung von Prävention und multimodalen Behandlungskonzepten. Während technische und medikamentöse Leistungen gut vergütet werden, fehlen häufig Finanzierungsmöglichkeiten für Behandlungen, die unterschiedliche therapeutische Verfahren verbinden und Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, ihre Gesundheit selbst zu stärken. Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas oder chronischen Schmerzen seien solche Ansätze von großer Bedeutung.

Deutliche Kritik übt Matthes auch an der jüngsten GKV-Reform, durch die anthroposophische und homöopathische Arzneimittel von der Kassenerstattung ausgeschlossen wurden. Er bemängelt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zur Anthroposophischen Medizin aus seiner Sicht nicht ausreichend berücksichtigt wurden, und fordert eine sachliche Auseinandersetzung mit der vorhandenen Forschung.

Trotz bundesgesetzlicher Einschränkungen sieht Matthes Handlungsspielräume für die Berliner Landespolitik. Dazu gehören der Ausbau tagesklinischer Angebote, eine bessere psychosomatische Versorgung und innovative Modelle wie „Hospital at Home“, bei denen Patientinnen und Patienten zu Hause medizinisch betreut werden.

Von der nächsten Landesregierung wünscht er sich vor allem eine offene, wissenschaftlich fundierte Diskussion über Integrative Medizin, frei von ideologischen Festlegungen. Denn für Matthes liegt die Zukunft in einer Medizin, die moderne Behandlungsmöglichkeiten mit Prävention, Gesundheitsförderung und der aktiven Beteiligung der Patientinnen und Patienten verbindet.

Das vollständige Interview lesen Sie hier auf „weil’s hilft!“

Veranstaltungstipps:
03. November 2026 | Dienstag 19:00 - 21:00 Uhr | Live-Übertragung via Zoom.
Gesundheit solidarisch gestalten. Können lokale Solidargemeinschaften die Absicherung ergänzen?
Die Teilnahme ist kostenfrei.

 jetzt hier anmelden!

Umfrage: Gemeinsam Gesundheit ermöglichen 

Um einen ersten Schritt in Richtung eines tragfähigen Konzepts zu machen, ist vor allem eines wichtig: die Interessen und Bedürfnisse der Menschen zu kennen, die damit angesprochen werden sollen. Wir möchten deshalb gerne wissen, wie Sie über das Thema denken. Könnten Sie sich vorstellen, in einer Gesundheits-Solidargemeinschaft mitzuwirken? Was wäre dabei für Sie wichtig? Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Meinung in unserer Umfrage mit uns teilen. Es dauert nur wenige Minuten! 

zur Umfrage

 

zurück zur Übersicht

 

 

DOCH LIEBER ÜBERWEISEN?
Dann nutzen Sie unser
GESUNDHEIT AKTIV
Spendenkonto:
GLS Gemeinschaftsbank eG
IBAN DE34 4306 0967 0017 2179 00
BIC GENODEM1GLS