Mit großer Traurigkeit nehmen wir Abschied von Marco Bülow.
Er war eine streitbare, klare und unbequeme Stimme im politischen Diskurs – und zugleich ein Mensch, der sich der Frage verpflichtet fühlte, wie Demokratie lebendig bleiben kann. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, weit über parteipolitische Grenzen hinaus.
Marco Bülow kannte den Politikbetrieb von innen. Mehr als 16 Jahre war er Mitglied des Deutschen Bundestages und erlebte Entscheidungsprozesse, Machtmechanismen und den starken Einfluss wirtschaftlicher Interessen aus nächster Nähe. Doch statt sich damit abzufinden, begann er, diese Strukturen kritisch zu hinterfragen und öffentlich zu benennen. Gerade darin lag seine besondere Bedeutung.
In seinem Gespräch mit GESUNDHEIT AKTIV, das im aktuellen Magazin erschienen ist, sprach Marco Bülow offen über Lobbyismus, Machtkonzentration und die wachsende Entfremdung vieler Menschen von der Politik. Er machte deutlich, wie subtil Einflussnahme heute funktioniert – und warum demokratische Prozesse mehr brauchen als formale Transparenz.
Trotz aller Kritik war Marco Bülow kein Zyniker. Ihm ging es um Gestaltung. Besonders prägend ist sein Gedanke, zwischen Hoffnung und Zuversicht zu unterscheiden. Hoffnung könne lähmen, weil sie Verantwortung in die Zukunft verschiebe. Zuversicht dagegen sei aktiv – sie bedeute, zu handeln, weil es notwendig ist, nicht weil der Erfolg sicher erscheint.
Für ihn begann Demokratie nicht in Gremien, sondern im Gespräch mit den Menschen vor Ort. Er kritisierte den Verlust dieses direkten Austauschs und setzte dem konkrete Ideen entgegen: neue Beteiligungsformate, Gesellschaftsräte und Orte des Zuhörens. Demokratie verstand er als lebendigen Prozess, der Beteiligung, Resonanz und Verantwortung braucht.
Auch die innere Haltung spielte für ihn eine wichtige Rolle. Erdung, persönliche Beziehungen und – für manche – Spiritualität sah er als Kraftquellen, um sich nicht vereinnahmen zu lassen von Macht, Status und Anerkennung. Integrität war für ihn keine abstrakte Kategorie, sondern gelebte Praxis.
Für GESUNDHEIT AKTIV war das Gespräch mit Marco Bülow mehr als ein politisches Interview. Es war ein Dialog über demokratische Gesundheit, gesellschaftliche Verantwortung und darüber, wie Wandel möglich bleibt.
Wir sind dankbar für seine Klarheit, seine Gedanken und seinen Einsatz. Marco Bülow hat gezeigt, dass Kritik und Zuversicht kein Widerspruch sind – sondern sich gegenseitig brauchen.
Den vollständigen Artikel und das Gespräch mit Marco Bülow finden Sie im aktuellen GESUNDHEIT AKTIV Magazin.
Danke, Marco Bülow!